Über das Zusammenspiel von Yogapraxis und Veränderung
- 15. Apr.
- 3 Min. Lesezeit

Wenn sich deine Praxis vertraut anfühlt
Es gibt Phasen, in denen sich deine Yogapraxis sehr stabil anfühlt. Du weißt, was funktioniert. Die Abläufe sind vertraut, dein Atem findet seinen Rhythmus. Und genau in diesen Phasen passiert oft weniger, als man denkt.
Die Kraft der Routine und ihre Grenzen
Es gibt Phasen, in denen sich deine Yogapraxis sehr stabil anfühlt.
Du weißt, was funktioniert. Die Abläufe sind vertraut, dein Atem findet seinen Rhythmus. Und genau in diesen Phasen passiert oft weniger, als man denkt.
Im Yoga ist eine regelmäßige Praxis die Grundlage für alles. Ohne sie entsteht kein Verständnis, keine Tiefe, keine Veränderung. Nicht durch einzelne Stunden, sondern durch das, was sich über die Zeit hinweg aufbaut. Sicherlich kennst du das auch von dir: Du praktizierst regelmäßig, nimmst dir Zeit, bleibst dran und entwickelst eine gewisse Verlässlichkeit. Das trägt.
Ich erlebe das in meiner eigenen Praxis genauso. Ich praktiziere täglich, oft über längere Zeit in einer ähnlichen Struktur. Diese Wiederholung gibt Halt und schafft einen Rahmen, in dem sich überhaupt erst etwas zeigen kann. Und gleichzeitig habe ich gemerkt, dass genau darin auch eine Grenze liegen kann. Denn was wir auf der Matte tun, ist oft vertraut. Bestimmte Bewegungen, bestimmte Abläufe, ein bestimmtes Gefühl, das wir kennen und sogar suchen.
Wiederholen wir nur Zustände?
Oft bewegen wir uns in der Praxis in einem sehr bekannten Raum. Wir wiederholen nicht nur Bewegungen, sondern auch Zustände. Und wenn sich diese Zustände nicht verändern, verändert sich oft auch wenig darüber hinaus. Das bedeutet nicht, dass deine Praxis nicht wirkt. Aber sie wirkt dann womöglich nur innerhalb eines sehr vertrauten Rahmens. Yogapraxis und Veränderung stehen dabei in einem engen Zusammenhang. Praxis bedeutet Wiederholung und Verlässlichkeit, Veränderung entsteht aber nicht allein dadurch, dass wir etwas immer wieder tun.
Spürst du noch oder wiederholst du nur?
Um herauszufinden, wo du gerade stehst, hilft ein ehrlicher Blick auf die Matte. Nutze diese kleinen Checkpoints für deine nächste Einheit:
Du wählst oft die Praxis, weil du weißt, dass du sie kennst,
aber sie fühlt sich jedes Mal gleich an.
Du gehst fließend durch die Abfolge, ohne wirklich zu hinterfragen,
was gerade passiert.
Du bleibst in vertrauten Varianten, weil sich sicher anfühlen,
und vermeidest es weiter zu gehen
Dein Atem läuft mit, aber er bestimmt nicht wirklich deine Bewegung
Du beendest die Praxis und hast das Gefühl, etwas „noch erledigt“ zu haben,
aber nicht unbedingt, etwas gespürt zu haben.
Ich möchte noch einen Impuls für eine kleine Routine mit dir teilen:
Chandra Bhedana - Die Mondatmung
Um aus dem Tun ins Spüren zu kommen, hilft es, das Nervensystem bewusst zu beruhigen. Chandra Bhedana aktiviert die „Mondenergie“ (Ida Nadi) sie steht für Kühlung, Empfänglichkeit und Innenschau. Sie ist ideal, um Anspannungen loszulassen und Raum
für Neues zu schaffen.
So geht’s:
Finde einen aufrechten Sitz.
Verschließe mit dem rechten Daumen sanft dein rechtes Nasenloch.
Atme tief und ruhig über das linke Nasenloch ein.
Verschließe links (mit dem Ringfinger) und atme über das rechte Nasenloch langsam und vollständig aus.
Atme wieder links ein, rechts aus.
Nimm dir min. 10 Minuten Zeit. Lass die Ausatmung allmählich weicher und etwas länger werden, ohne Druck. Mit jedem Atemzug darf sich etwas lösen und dich mehr im Moment ankommen lassen.
Wann übst du Chandra Bhedana am besten?
Diese Technik ist dein Anker, wenn du Kühlung und Ruhe suchst. Übe sie idealerweise am Abend, um den Tag loszulassen, oder in Momenten von Stress und innerer Unruhe. Auch an heißen Tagen hilft sie dir, das System sanft herunterzufahren.



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